Der Schützemann

Sowie man ihn kennenlernt, fühlt man sich lebendiger. Er ist fröhlich, charmant, geistreich, und er vermittelt den Eindruck, man sei die interessanteste Frau, der er jemals begegnet ist. Man lasse sich nicht täuschen. Wenn man genauer hinschaut, sieht man seine Augen von einer Frau zur anderen im Zimmer schweifen. Die Wahrheit ist: Er begehrt sie allesamt! Wenn eine hübsche Frau hereinkommt, wird er um sie herumscharwenzeln, sie mit Aufmerksamkeiten überschütten und alle seine Register ziehen, um sie zu bezaubern. Er wird sich ihre Adresse und Telefonnummer geben lassen und sie mit Anrufen, Pralinen, Blumen und anderen Angebinden bombardieren. Er ist ein romantisierender Idealist, der glaubt, die nächste werde die einzigste sein. Einerlei, wie oft er schon enttäuscht worden ist, sein Optimismus bleibt bestehen. Er betrachtet jeden neuen Tag als eine neue Gelegenheit. Für ihn ist es aufregend, aufzuwachen und einfach festzustellen, daß Dienstag ist. Er ist ein Gefühlsmensch mit einem Herzen, das geradezu danach verlangt durchbohrt zu werden. Er möchte verliebt sein, hütet sich aber vor einer Bindung. Keine Affäre wird lange dauern, denn es liegt in seinem Wesen, Probleme zu schaffen, wenn keine vorhanden sind. Dann gewinnt sein analytischer Geist die Oberhand und nimmt das Problem auf eine Art auseinander, die beweist, daß es sich nicht lösen läßt. Er wehrt sich gegen eine enge Beziehung und haßt Eifersucht bei Frauen. Am liebsten sind ihm Verhältnisse mit Frauen, die über Erfahrung verfügen, weil sie die Liebe am ehesten so leicht nehmen wie er. Außerdem nimmt er die Sache gern mit Humor. Wenn er sich verliebt, will er nicht das Gefühl haben, einen Vertrag zu unterzeichnen. Jedenfalls müßte ein solcher Vertrag eine Lösungsklausel enthalten. Er weiß ja nie wirklich, was er sich wünscht. Ja, er kann sich sogar einreden, das wichtigste im Leben sei es, zu wissen, was man sich nicht wünscht. Schützenmänner sind offen und sprechen frei heraus. Die unverblümte Meinungsäußerung kann weh tun, aber Takt gehört nicht zu den guten Eigenschaften des Schützen. Andererseits kann man sich darauf verlassen, daß er sein einmal gegebenes Wort halten wird. Als Freund ist er leicht zugänglich, tolerant und aufgeschlossen. Aber als Liebhaber macht er die Frau zu einem Projekt. Er will ihr zur Reife verhelfen. Wenn er Zeit in sie investiert hat und sie ihn enttäuscht, wird aus seiner Zuneigung Groll. Über spitze Kritik und stummes Schmollen ist er nicht erhaben. Er ist ein Perfektionist, der von der Geliebten geistige und körperliche Übereinstimmung verlangt. Seine Kritik ist jedoch auch ein Anzeichen dafür, daß sie ihm nahe steht. Er liebt Geheimniskrämerei und wird selbst dann, wenn es nicht notwendig ist, ein Verhältnis geheimhalten. Er ist Stimmungen und Depressionen unterworfen, leidet gelegentlich unter Nervosität und Wahnvorstellungen. Glücklicherweise dauern diese Phasen nicht lange. Es kann vorkommen, daß er eine Frau durch Gefühls- und Wutausbrüche vor den Kopf stößt. Er erledigt seine Angelegenheiten gern selbst und macht nicht ohne weiteres Konzessionen. Erfahrung hat ihn gelehrt, daß er fast immer dorthin gelangt, wohin ihn sein Ehrgeiz treibt. Er hat das Zeug zu einem führenden Finanzmann, doch seine Schwäche besteht darin, daß er seine Begabung oft für Unternehmungen einsetzt, die seiner nicht wert sind. Er ist großzügig, liebt Luxus und macht üppige Geschenke. Er ist ein ausgezeichneter Erzähler und auf Gesellschaften ein bestechender Gast. Er bevorzugt kleinere Partys; zu viele Menschen unter einem Dach bereiten ihm Unbehagen. Ja, am liebsten wäre er unter gar keinem Dach. Er bevorzugt die Weiträumigkeit des wolkenlosen Himmels und des Sternenzeltes. Er reist gern. Die stets wechselnde Szenerie, die immer neuen Gesichter, Kontakte und Erlebnisse entsprechen dem Charakter des Schützen auf vollkommene Weise. Er ist der Prototyp des Mannes, der in einem Reisebüro folgendermaßen eine Fahrkarte verlangt. *Irgendwohin, denn ich habe überall Freunde.* Er sucht immer nach Tatsachen. Seine Wißbegier ist unersättlich, und er interessiert sich sehr für sexuelle Aufklärung. Die Frau, die einen Schützen heiratet, sollte immer daran denken, daß er, ob verheiratet oder ledig, in seinem Herzen immer ein Junggeselle bleibt.

Das Sexleben des Schützemannes

Kannst du nicht bei dem Mädchen sein, daß du liebst, dann liebe das Mädchen, bei dem du bist. Das ist die Devise des Schützemannes. Er ist wie eine Biene, die von einer Blüte zur andern fliegt und bei jeder Nektar tankt. Dagegen kann er nicht an. Er ist verliebt in einen idealisierten, romantischen Traum und muß diesem Ideal folgen, wo immer es winken mag. Sex ist für ihn selten ein starkes Erlebnis. Er genießt ihn, hat aber nicht das Gefühl, die Erde bebe. Wer mag schon mitten in einer Erdbebenzone leben? Er wandelt lieber in einem stillen Garten voller lieblicher Blumen und pflückt die Blüte, auf die er Lust hat. Aufregend ist für ihn die Jagd, die Ouvertüre. Doch wenn es ihm gelungen ist, die begehrte Frau in sein Schlafzimmer zu locken, kann ihr eine Enttäuschung bevorstehen. Das Symbol dieses Tierkreiszeichens ist der Schütze, der seinen Bogen spannt, aber sein Pfeil trifft nicht immer das Ziel - zumindest nicht das erste Mal! Das Vergnügen ist kurz. Er ist im Nu fertig, und die Frau kann sehen, wo sie bleibt. Andrerseits langeweilt Sex den Schützen nie. Er macht gern Liebe und wird der erste sein, der eine neue Stellung, eine neue Umgebung erprobt - man sage, was man wünscht, er ist sofort bereit. Es macht ihm nichts aus, drei- bis viermal im Tag zu lieben, und seiner Gesundheit schadet es gewiß nicht. Es macht ihm auch nichts aus, zwei bis drei heimliche Verhältnisse gleichzeitg zu haben. Quantität kann Qualität ersetzen! Er ist sehr zungengewandt - in jeder Beziehung - und kann seine Partnerin zu allem, restlos allem überreden. Ein Meister in erotischer Massage, sowohl oral wie mit den Händen, benützt er dieses Talent ausgiebig, um erotische Zonen zu erobern. Die Kombination von geschickten Händen und beweglicher Zunge führt zu beachtlichen Ergebnissen für seine Partnerin. Der Schützemann ist ein *Reiber*. Schon ein leichtes Reiben seiner Geschlechtsteile am Körper seiner Partnerin kann ihn zum Höhepunkt bringen. Außerdem ist er auf Frauenbeine fixiert. Der Anblick bestrumpfter Schenkel reizt ihn stark. Viele Schützen finden Liebemachen aufregender, wenn die Frau dabei Strümpfe an hat. Eine Frau, die lässig die Beine übereinanderschlägt und mit dem Schuh wippt, erotisiert ihn durch und durch. Er hat überhaupt eine Neigung zum Fetischismus. Nicht ungewöhnlich, daß er von einer Gespielin verlangt, Handschuhe oder Schuhe im Bett zu tragen - oder beides. Kritische Bemerkungen darüber beantwortet er nur mit einem Witzwort; selten reagiert er mit Verlegenheit. Wenn er bisexuell ist, was gar nicht selten vorkommt, wechselt er ohne Schwierigkeiten von einem Geschlecht zum anderen, ohne sich festzulegen. Er hat viele und vielfältige Verhältnisse. In Liebesdingen kennt er keine Moral. Für ihn bedeuteT Sex Leben, und er will das Leben in vollen Zügen auskosten.

Erogene Zonen

Hüften und Schenkel sind die besonderen erogen Zonen derjenigen, die im Zeichen des Schützen geboren sind, bei den Frauen aber auch die Haare. Man spiele mit ihren Haaren, streichle sie liebevoll, kämme sie, bürste sie - sie wird schnurren wie ein Kätzchen. Lange genug betrieben, kann man allein auf diese Weise ihre schlummernde Leidenschaft wecken. Beim Manne liegt der empfindsamste Teil des Körpers nahe den Genitalien. Küsse an der Innenseite der Schenkel oder ein leichtes Gleiten der Zunge von den Knien bis zum Unterleib entzücken ihn, ebenso leichtes Streicheln der Hüften. Sowohl der männliche als auch der weibliche Schütze genießt es, wenn ihm Hüften und Schenkel mit warmem Öl eingerieben werden. Bei den Hüften macht man kreisförmige Bewegungen, bei den Schenkeln vertikale und hilft mit dem Fingernagel noch ein wenig nach. Das läßt auch den müdesten Schützen im Nu seinen Bogen spannen!

So fängt es an

Da der Schütze gern redet und erzählt, soll man ihm anteilnehmend zuhören und die richtigen Fragen stellen. Man muß einen wachen, lebhaften Geist zeigen, damit der Schütze seine Intelligenz und seinen Witz entfalten kann. Ein Dummkopf sucht sich besser einen anderen Spielgefährten. Der Schütze mag nur Menschen, die alert und geistig empfänglich sind. Er hat einen ausgeprägten Sinn für Humor und lehnt Leute ab, die kein wirklich interessantes Gespräch führen können. Banalität ist ihm ein Greuel. Pferde- und Hundeliebhaber haben es leicht, ein geeignetes Thema zu finden. Auch Katzen eignen sich, obwohl diese Haustiere für den Schützen nicht an erster Stelle stehen, weil sie seine Liebe für die freie Natur nicht teilen. Das erste Rendezvous sollte möglichst im Freien stattfinden. Man kann schwimmen gehen, ein Picknick vorschlagen, einen gemeinsamen Ausritt, Tennis, Skilaufen, Bergsteigen. Man muß allerdings sicher sein, daß man Schritt zu halten vermag, Schützen sind bekannt für ihre Ausdauer. Man kann auch ruhig einen Wochenend-Ausflug anregen. Ein Schütze wird dadurch nicht kopfscheu. Er ist in Sexdingen frei und offen, und etwas Abenteuerliches oder Ungewöhnliches bringt ihn nie in Verlegenheit. Rock-Konzert, möglichst im Freien, Operette, Musical und Ballett - mit all dem kann man es versuchen. Schützen lieben Bewegung mit Musik kombiniert. Lädt man sie zu einer Party ein, sollte sie in kleinem Kreis stattfinden. Der Schütze möchte als Persönlichkeit Eindruck machen können. Geschenke sind willkommen. Am besten eignen sich Sportgeräte, sportliche Kleidungsstücke - alles, was man draußen gebrauchen kann. Oder etwas, das seinem Zigeunerblut entspricht: Reisetasche oder Paß-Etui. Es braucht nichts Ausgefallenes sein. Der Preis ist kein Faktor, der Gedanke, der dahinter steht, zählt. Nie vergessen, daß der Schütze immer bereit ist, ein Freund zu sein. Es hängt vom anderen ab, ob aus der Beziehung mehr werden soll.